Pra?ská Kabelovna zählt zu Europas gewichtigeren Kabelherstellern. Die Geschichte der Prager geht zwar bis auf 1921 zurück. Im Markt richtig angekommen ist das Unternehmen jedoch erst über den Zusammenschluss mit der Österreicher SKB-Gruppe. Das war 1992. Seitdem wird neben der Tradition zunehmend Wert auf Produktionsausrüstung für die Zukunft gelegt.
20.04.2009 - Die Gründung der Pra?ská Kabelovna a.s. geht zurück auf 1921, die jüngere Geschichte auf 1992, als das Unternehmen zu der SKB-Gruppe mit Sitz im österreichischen Schwechat stieß. Seitdem hatte sich Prakab vor allem seit Ende der 90er Jahre auf die Produktion von Halogen-freien, schwer entflammbaren FRNC-Kabel mit geringer Gas-Emission konzentriert, stellt diese Produkte heute jedoch auch mit Silikon-Isolierung her. Insgesamt umfasst das Portfolio über 10 000 Kabeltypen, unter anderem auch mit PVC-, Polyethylen- und XLPE-Ummantelung.
Technisch sind die Prager komfortabel ausgestattet. Die Fertigungslinien und -maschinen stammen nicht nur von renommierten europäischen und weltweit vertretenen Herstellern, sondern ebenfalls aus tschechischen Fabriken. So wie das restliche Equipment, unterliegen auch letztere den strengen Kriterien des Unternehmens an seine Produktionstechnik.
Die Konzernmutter SKB hatte Prakab stets zu einer Ausrüstung mit Investitionsgütern auf der Höhe der Zeit ermutigt. So hatte das Unternehmen zur Jahreswende 2007/2008 in bislang größtem Umfang in Maschinen und Technik investiert. Im Rahmen der Großanschaffung waren neue Linien für die Aderisolation und das Verseilen von Stromkabelkernen gekauft worden. Außerdem wurden ganze Linienabschnitte nachgerüstet mit dem Ziel, die Produktionsabläufe innerhalb des Hauses zu verbessern und die Fertigungskapazität zu erhöhen. Dabei ging es Prakab insbesondere um den Bereich der Starkstrom-Kabel bis zu 1 kV, und zwar sowohl in „klassischer“ Ausführung mit PVC-Isolierung als auch in PVC- und HDPE-Hülle oder in FRNC-Ausführung.
Starkstrom-Kabel bis zu 1 kV
Außerdem wurde in eine neue Linie für das Ziehen von Kupferdraht investiert. Dabei handelt es sich um eine MM85-Tandem-Walzdrahtziehanlage – die weltweit meist eingesetzte Maschine dieser Art – mit vollautomatischen Statikwicklern Typ S 800 D und zwei Fasswicklern Typ WF 650. Sämtliche Komponenten stammen von der deutschen Maschinenfabrik Niehoff GmbH+Co. KG, für die diese Linie eine der bislang größten Einzellieferungen in Zentraleuropa darstellt. Prakab zieht auf der Anlage Kupferdrähte zwischen 1 und 4,5 mm Durchmesser.
Vor allem von der Qualität der Tandem-Walzdrahtziehmaschine waren die Prager überzeugt: Dank des voll getauchten Kühlraums werden die Drähte zuverlässig gekühlt und auch geschmiert. Dadurch werden große und nicht zuletzt planbare Wartungsintervalle sicher gestellt. Das schräg verzahnte Präzisionsgetriebe der MM85 sorgt für einen äußerst ruhigen Lauf und gleichförmige Übertragung der Last. Dies verbessert die Standzeit der Ziehwerkzeuge.
Planbare Wartung
Auf eine lange Lebensdauer seiner Anlage kann das Unternehmen ebenfalls rechnen. Denn Historie und Zukunft wurden auch hier überein gebracht. Maschinenbaulich ist die MM85 ebenso grundsolide wie auf dem jüngsten Stand der Technik konstruiert. Das Graugussgehäuse ist derart ausgelegt, dass potenziell belastende Schwingungen gedämpft werden. Auch auf eine zuverlässige Trennung von Ziehemulsion und Getriebeöl hat Hersteller Niehoff geachtet. Die Hilfsstoffe sind durch mechanische Dichtung separiert. Und nicht zuletzt auch von den Werkern vor Ort in Prag hoch geschätzt: Das Design der Maschine ist modern und bedienerfreundlich. Via Touchscreen lassen sich die Technologiedaten einfach eingeben. Bei Fehlern stehen entsprechende Menüs zur Verfügung.
Eine hohe Oberflächenqualität seiner Produkte erreicht Prakab durch den optimalen Drahtverlauf. Die Schrägstellung der Getriebe und Ziehscheiben liegt bei 2 °. Eine unter dem Strich eindeutige Produktionssteigerung gegenüber dem vorhandenen Maschinenpark wurde durch die verminderten Stillstandszeiten erreicht. So ist der Wechsel zwischen verschiedenen Formaten kein Problem mehr. Dank Mehr-Motoren-Antriebstechnik und Ziehstein-Schnellwechselsystem fällt die Umbauzeit hier kaum mehr ins Gewicht. Bei der Produktion von Drähten mit unterschiedlichen Fertigdurchmessern spielt die MM85 ihre Vorteile insoweit vollends aus. Hinzu kommen der geringe Verbrauch an elektrischer Energie je Tonne produzierten Drahts sowie der minimierte Einsatzes von Ersatzteilen und deren Lagerhaltung.
Kombiniert mit einer älteren Walzdrahtziehanlage des Typs M85, ebenfalls geliefert von Niehoff, hat das tschechische Unternehmen seine Kapazität nicht nur für den aktuellen Bedarf ausgebaut, sondern gleich für ein paar Jahre im Voraus.
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