04.06.2009 - Bei der Tigges GmbH wird die Ausnahme zur Regel. Seit Ende der 80er Jahre hat sich das Wuppertaler Unternehmen mehr und mehr zum Hersteller kundenspezifischer Schrauben, Bolzen, Befestigungs- und anderer Verbindungselemente nach Zeichnung entwickelt. „Für den DIN-Bereich allein ist kein besonderes Know-how erforderlich“, erklärt Geschäftsführer Jens Tigges die Spezialisierung. Hier sei der Wettbewerb enorm. Insoweit habe er sich beizeiten auf ein neues Geschäftsfeld verlegt.
Ohne gepflegten Maschinenpark geht dies nicht. Hier haben die Wuppertaler in den vergangenen zwei Jahren rund 1,5 Mio. Euro investiert. Das Augenmerk galt hier insbesondere der Zerspanung und Walzerei. Für Bearbeitungszentren wie auch Gewindewalzmaschinen sind hochfeste Werkstoffe eine Herausforderung. Hier überlässt Tigges nichts dem Zufall und setzt auf Hersteller, die ihrerseits als Spezialisten ihres Fachs gelten.
Beim Gewindewalzen vertraut er seit über drei Jahren auf Maschinen der Hilchenbacher E.W. Menn GmbH+Co. KG. So wurden bereits drei ältere Maschinen durch neue Flachbackenwalzen ersetzt. Die jüngste Errungenschaft ist eine AF 61 der neuen Generation. Es ist sogar die allererste AF 61 der neuen Serie, wie Jens Tigges hervorhebt.
„Tatsächlich sind die Anforderungen des Kunden stark in die Weiterentwicklung der Modellreihe eingeflossenen“, bestätigt Eberhard Roth, bei E.W. Menn der technische Leiter. Beim Handling und den Umrüstzeiten setze die AF 61 neue Standards. Die Maschine arbeite bereits in der Serienausstattung mit zentraler Höhenverstellung von Gleitschiene und Schwingförderkonsole, habe einen frequenzgeregelten Antrieb, elektronisch gesteuerte Einsetzschieber-Sperrung sowie komfortable Touchscreen-Bedienerführung.
Die Tigges-Maschine hat darüber hinaus optional eine hydraulische Backenkorb-Klemmung, die das wiederholgenaue und werkzeuglose Einstellen einer bestimmten Konfiguration möglich macht. Zudem verfügt sie über das neuartige „Adaptive Die Match“-System (ADM). Es kontrolliert die Spur permanent während des Walzprozesses. Falls erforderlich, korrigiert sie sie automatisch.
Bis zu 500 Walzteile je Minute
Michael Hunger, bei Tigges technische Geschäftsleiter, weiß diese Technik zu schätzen: „Wir erzielen damit noch konstantere Qualität der einzelnen Teile, haben den Überwachungsaufwand reduziert und die Fehlerteile minimiert. Außerdem werden dadurch die Walzbacken geschont.“ Das werkzeuglose Umrüsten und das Maschinen-Setup per Knopfdruck kommen dem Tagesgeschäft entgegen, denn der hohen Spezifizierung der Werkstücke wegen laufen meist kleinere Auflagen durch. Entsprechend häufig müssen die Maschinen umgerüstet werden. Zudem eröffnet die neue Generation der AF 61 ein weiteres Spektrum an bearbeitbarem Material und Schaftlängen bis 153 mm. Maximaler Nenndurchmesser ist 8 mm. Die größte Ausbringung liegt bei 500 Walzteilen je Minute.
Der Maschinenkorpus ist äußerst steif. Insbesondere bei der Bearbeitung gehärteter und hochfester Werkstoffe ist dies die entscheidende Voraussetzung für Präzision. „Schon die ersten beiden Maschinen, eine AF 101 und eine AF 14, hatten uns hier beeindruckt“, sagt Michael Hunger. Was ihm besonders gefällt, ist die Offenheit des Partnerunternehmens E.W. Menn, sowohl neue Herausforderungen anzunehmen als auch nach dem Kauf beratend zur Seite zu stehen. Bei sehr speziellen Werkstücken tauchten immer wieder Fragen auf, die allein der Hersteller der Werkzeugmaschine beantworten könne. Hier reagiere E. W. Menn sofort und sei so ein wichtiger Partner auch im Tagessgeschäft geworden. „Das entspricht unserer eigenen Denkweise“, unterstreicht Jens Tigges. Bei künftigen Investitionen in Gewindewalzmaschinen gehöre das Unternehmen daher sicher zur ersten Wahl.