UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

BSH und Heatform wollen den Kfz-Leichtbau anschieben

Zulieferer Bilstein+Siekermann (BSH) und der Umformspezialist Heatform kooperieren. Gegenstand sind geometrisch vertrackte Stahl- und Aluminiumkomponenten im Kfz-Bau. Für solche Strukturteile sollen neue Möglichkeiten in der Konstruktion und Fertigung entwickelt werden.

Hillesheim/Wiesbaden (BSH/Heatform) – In der Metallbearbeitung ist Heatforming bereits etabliert. Das Verfahren macht die Umformung mit Gas-Innendruck (Hot Metal Gas Forming/HMGF) von Hohlkörpern möglich und damit Bauteile mit zuvor undenkbaren Freiheitsgraden. Selbst Formen mit axialem oder radialem Hinterschnitt – bis hin zu dreidimensionaler Formgebung und geringen Radien – sind drin. Die bisherigen Grenzen von Innenhochdruck-Umformung (IHU, Hydroforming) und superplastischem Formen (SPF) wurden damit ausgeweitet. Dies gilt besonders für hochfeste Legierungen. Für sie waren bislang nur kleinere Umformgrade mit großen Radien machbar. Werkstoffbeispiele sind Al6082, Al7xxx, ferritische Edelstähle oder 22MnB5. Abschließende mechanische Bearbeitung nebst Wärmebehandlung und Oberflächenveredlung ergeben einbaufertige Teile, die nun aus ein und derselben Hand angeboten werden sollen. 

Bilstein+Siekermann (BSH) und Heatform tragen vor, sie werden Autos damit leichter machen. Auch bei der Entwicklung und Fertigung von Elektrofahrzeugen eröffneten sich neue Möglichkeiten, das Gewicht zu reduzieren. „Das Know-how in der Volumenfertigung von Bilstein+Siekermann als zertifizierter Automobilzulieferer sowie das Wissen von Heatform in der Hohlkörper-Warmumformung ergänzen sich sehr gut. Es wird dem Heatform-Verfahren größere Verbreitung ermöglichen und mit etablierter Fertigungstechnik konkurrieren“, sagt Heatform-Geschäftsführer Karl Kipry. Die Erfahrung in der Entwicklung automatisierter Herstellprozesse und das Ziel, dem Markt neue Technologien anzubieten, motiviere Bilstein+Siekermann nachhaltig, in das Heatform-Verfahren in Europa und auch in Asien zu investieren, ergänzt Geschäftsführer Bruno Hirtz.

Heatform wurde 2004 in Wiesbaden gegründet, um patentierte Heatforming-Verfahren für den Einsatz zu vermarkten. Heatform ist in der industriellen Fertigung Vorreiter bei der Warmumformung hohler Bauteile. Mit HMGF können metallische Hohlkörper, Rohre und Profile per Innen-Niederdruck bis zu einem Umformgrad über 300 % und Zykluszeiten von 15 s bis 30 s geformt werden. Seit 2008 wird das Verfahren für die Fertigung von verschieden Produkten in unterschiedlichen Industrien eingesetzt, vorwiegend bei Automobilherstellern und ihren Zulieferern. Inzwischen adaptieren weltweit unterschiedliche Lizenzpartner und Kunden das Verfahren für Ihre Umformprodukte. 

Bilstein+Siekermann in Hillesheim wurde 1956 gegründet. Das Unternehmen stellt Umformteile aus Metall her, darunter Schrauben, Bolzen und Hülsen. Die Kaltfließpress- und Drehteile werden in der Automobilindustrie eingesetzt, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau.

www.bsh-vs.com
www.heatform.com