UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

Geld gespart, Zeit gewonnen

Durch Einsatz eines Stopa „Tower Flex“ Turmlagers agiert Lohnfertiger Büchel Blech in Balzers beim Materialhandling erheblich flexibler als bislang und profitiert von Zeiteinsparungen. Eine höhere Wertschöpfung und Produktivität sind das geldwerte Ergebnis.

Für Marco Büchel war die Investition in den Stopa „Tower Flex“ der richtige Schritt. „In dem Hochregallager können wir ausreichend Bleche bevorraten und das Material jederzeit selbst schneiden, ohne fertige Zuschnitte kaufen zu müssen“, sagt der Geschäftsleiter der Büchel Blech AG, einem Lohnfertiger in Balzers im Fürstentum Liechtenstein.

Seine Rechnung scheint aufzugehen, zumal er trotz der Aufwendungen für Blechlager, eine Laserschneidanlage und zusätzlich benötigte Mitarbeiter Kosten spart und Zeit gewinnt. Büchel ist jetzt in der Lage, Komponenten und Halbfertigteile im eigenen Haus herzustellen – ein Pluspunkt, durch den er sofort auf Anforderungen des Markts reagieren kann, indem er zeitnah Anfragen beantwortet und Entscheidungen trifft. Obendrein sind – wegen der gleichbleibenden Güte seines Materials – stets identische Ergebnisse in konstanter Qualität zu erwarten. Das von Stopa Anlagenbau entwickelte Lagersystem steht für eine effiziente Raumnutzung, schnelle Zugriffe auf die Bleche, für Ordnung und einen schonenden Umgang mit dem Material. Das Lager ist eine Voraussetzung für eine flexible Bereitstellung unterschiedlicher Blechformate und -stärken.

Einfaches Materialhandling

Büchel beobachtet, wie die Laserschneidanlage aus dem Blechlager versorgt wird. „Wichtig ist einfaches Materialhandling, weil dieser Arbeitsschritt, verglichen mit einer Massenproduktion, den Zeitaufwand erhöht. Daher haben wir in zwei Transportwagen investiert, die parallele Abläufe erleichtern und uns flexibler machen. Ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit, zeitgleich ein- und auszulagern.“ Den kurzen Transport der Bleche zum Lasern erledigen Mitarbeiter mithilfe von Handtransportwagen. Diese setzen sie auch ein, um Restbleche zurück zum Lager zu bringen. Damit auf den 40 Flachpaletten des Systems mit jeweils 1525 mm x 3050 mm verfügbarer Nutzfläche immer gleiches Material einheitlicher Stärke liegt, legen sie die Reste wieder auf die ursprünglichen Ladungsträger. Die Materialbewegung lässt sich vom ERP-System des Betreibers nachverfolgen: die Handtransportwagen sind nummeriert.

Als Software zur Lagerverwaltung setzt der Lohnfertiger, der mit Konstruieren, Laserschneiden, Abkanten, Entgraten, Schweißen, Runden, Strahlen und Gleitschleifen bis hin zu Reinraum- und Montagearbeiten rund 4 Mio. Schweizer Franken im Jahr umsetzt, auf das Stopa „WMS 4.0“. Das System erfüllt sämtliche Funktionen, die zur Bedienung eines Hochregallagers mit Festplatzvergabe erforderlich sind, einschließlich der Administrierung und der automatischen Steuerung. Funktionsumfang, Tabellen- und Sprachdarstellung lassen sich kundenspezifisch konfigurieren. Daneben hält das System Highlights wie die Chargenverfolgung bereit. Den Datenbestand verwaltet und sichert standardmäßig eine Microsoft SQL-Server Express-Datenbank.

Marco Büchels Blechlager bevorratet Tafeln im Groß- und Mittelformat. „Mitausschlaggebend bei der Entscheidung war, dass Stopa als einziger Hersteller zwei stirnseitige Stationen als Standard angeboten hat. Andere Firmen hätten Sonderlösungen bauen müssen.“ Bei den Stationen handelt es sich um einen Scherenhubtisch und einen Transportwagen mit fixer Höhe. Den Scherenhubtisch, der mit Ablagestempeln und steckbaren Anschlägen für ein gemeinsames Koordinateneck ausgestattet ist, nutzt Büchel als Warenein- und -ausgang. Der Transportwagen, der wie der Scherenhubtisch mit einer pneumatischen Palettenarretierung versehen ist, dient als Warenausgang. Lichtschranken kontrollieren, ob das System die jeweils zulässige Beladehöhe einhält.

Durch die kompakte Bauweise des Turmlagers erreicht der Betreiber, der jährlich je 60 t Chromstahl und Aluminium sowie Sonderstähle im Gewicht von 20 t umschlägt, ein ideales Verhältnis zwischen Lagerkapazität und Platzbedarf. Zugleich profitiert er von einer hohen Wirtschaftlichkeit. Um die Systemhöhe bestmöglich nutzen zu können, hat sich Büchel für zwei Paletten-Beladehöhen entschieden. Material, das er im größeren Umfang verarbeitet, bevorratet er im unteren Lagerbereich mit einer maximalen Beladehöhe von 275 mm. Dort lagert er auch Material direkt vom Lkw ein, ohne umpacken zu müssen, sodass sich ein Auspacktisch erübrigt. Die restlichen Paletten sind für die Beladehöhe von 90 mm ausgelegt.

Die Anlagenkomponenten des einschichtig arbeitenden Stopa „Tower Flex“ werden von einer Realtime-Soft-SPS gesteuert, die in einen Industrie-PC integriert ist. Der mit einem Touchscreen ausgestattete PC bedient die Anlage und zeigt deren Zustände an. Dazu zählen beispielsweise die grafische Visualisierung des Lagers und des Zweimast-Regalbediengeräts sowie permanente Statusanzeigen in Klartext. Marco Büchel lehnt am ergonomischen Bedienterminal des Turmlagers. „Das System ist einfach zu bedienen. Neben diesem Terminal hat Stopa vier weitere in unseren Büros installiert. Initiieren wir über das WMS Auslageraufträge, blinkt am Lager ein Licht, sobald das Material zur Verfügung steht. Die Funktion, Fahraufträge vorzuprogrammieren, nutzen wir nicht. Bei Bedarf geben wir die Aufträge einzeln ein.“

Angebot passend geschnürt

Das rund 8 m hohe, 4,7 m lange und 6,3 m breite Stopa „Tower Flex“ hat seinen Betrieb wie geplant im September 2017 aufgenommen. Büchel, der kundenspezifische Einzelteile, Serien und Baugruppen fertigt, hatte bei mehreren Anbietern angefragt, von denen er drei in die engere Wahl einbezogen hat. Eine beträchtliche Herausforderung hat darin bestanden, dass der Umzug des nach ISO 9002 zertifizierten Unternehmens in das jetzige Gebäude parallel zur Fertigstellung des Lagers vorgesehen war. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung pro Stopa auch von der festen Zusage des gewünschten Inbetriebnahme-Termins abhängig gewesen. Hätte der Hersteller den Termin nicht einhalten können, hätte die Produktion von Büchel, der primär die Halbleiterindustrie, den Anlagenbau für Halbleiter-Beschichtungen und -Bedampfungen sowie die Automobilindustrie und andere Industriezweige beliefert, stillgestanden. Stopa musste sogar noch umplanen und die Beladekapazität der Paletten von jeweils maximal 3 auf 1,5 t reduzieren, da das Fundament der Halle schon fertig gewesen ist.

Ralf Gerber ist Technischer Leiter bei Stopa. Er deutet auf den knappen Raum, in dem sein Unternehmen das Turmlager millimetergenau eingebaut hat. „Aufgrund der räumlichen Enge, zu der die Gebäudestruktur, die vorab installierte Laserschneidanlage und eine Kranschiene unter dem Hallendach beigetragen haben, ist der Aufbau des in Doppelblock-Ausführung ausgelegten Lagers eine Herausforderung gewesen. Gelöst haben unsere Monteure das Problem mithilfe eines Raupenfahrzeugs, das mit einem Kran ausgestattet war.“

Büchel rechnet mit einer Amortisationszeit von fünf Jahren: „Wesentlicher Vorteil der Investition ist die Produktivitätssteigerung, die auf unserer zunehmenden Wertschöpfung beruht. Hervorheben möchte ich auch die Beratungskompetenz von Stopa, durch die wir uns bei der Entscheidung sicher gefühlt haben. Alle Punkte, die vor der Auftragsvergabe zur klären waren, sind angesprochen und eingehalten worden. Abgesehen davon ist der Stopa ‚Tower Flex’ ein bewährtes Lagersystem. Das hatte uns schon der Betreiber einer von uns besichtigten Referenzanlage bestätigt.“

Jürgen Warmbold ist Fachjournalist in Weyhe

Büchel Blech AG
Iramali 18/Gebäude 110
9496 Balzers/Liechtenstein
Ansprechpartner ist Marco Büchel
Tel.: +423 3881260
info@bblech.li
www.bblech.li

Stopa Anlagenbau GmbH
Industriestraße 12
77855 Achern-Gamshurst
Ansprechpartner ist Ralf Gerber
Tel.: +49 7841 704-0
info@stopa.com
www.stopa.de