UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

Hemmschwelle gesenkt

Schulers neue Servo-Presse „MSP 400“ empfiehlt sich für Transfer und Folgeverbund. Eine Steuerung im Stil einer intuitiven Smartphone-App lässt die Wahl unter vordefinierten Bewegungskurven und freier Programmierung. Dies senke Hemmungen, die Möglichkeiten der Maschine auszureizen, teilt Schuler mit. 

Die 400-Tonnen-Presse „MSP 400“ eignet sich für Transfer- wie auch Folgeverbund-Betrieb. Servo-Antriebe machen bis zu 70 Pendelhübe pro Minute möglich. Die Steuerung der Maschine ist im Stil einer intuitiven Smartphone-App gestaltet. Sie lässt die Wahl unter vordefinierten Bewegungskurven und freier Programmierung. Dies soll  Hemmschwellen senken, die Möglichkeiten der Maschine auszureizen, teilt Anbieter Schuler mit. Dank der Kinematik des Kniehebel-Antriebs verläuft die Umformung im unteren Umkehrpunkt bereits von sich aus langsamer. Eine Nachregelung durch den Servo-Antrieb ist also nicht in jedem Fall erforderlich.

Schrittweise führt die Software „Smart Assist“ den Bediener durch das Einrichten, unterstützt von kleinen Videos und Text-Bausteinen. Der elektronische Helfer optimiert die Transfer- und Stößelkurven abhängig von den Freigängigkeits-Kurven auf maximale Ausbringungsleistung. Dieser Vorgang hatte bislang viel Zeit in Anspruch genommen. Weitreichende Möglichkeiten zur Überwachung bietet der Prozessmonitor. Er ist in die Steuerung integriert und sichert gegen Überlast über den gesamten Verlauf der Presskraft und der Bewegungskurve hinweg.

Zum Schutz des Umformwerkzeugs ist eine minimale und maximale Kraft definierbar. Die elektronisch ausgeführte Überlastsicherung reagiert binnen Millisekunden. Das ist schneller als bei einer hydraulischen Überlastsicherung. Die Presse ist nach einem erkannten Überlastfall sofort wieder einsatzfähig. Möglich wird dies durch die geringe Massenträgheit im  gesamten Antriebsstrang, die auch die Dynamik beim Umformen und im weiteren der Maschine führt.

Während Standard-Pressen bei Überlast in der Regel  die Kraft abbauen und den Stößel durch den unteren Umkehrpunkt weiter bis zum oberen Umkehrpunkt fahren, arbeitet die MSP 400 mit der so genannten  „Smart Release“-Funktion. Hier läuft der Stößel nach erkannter Überlast automatisch über einen definierten Weg zurück und entlastet Werkzeug und Presse.

Zustand umfassend überwacht

Sensoren für Beschleunigung, Schwingung und Druck überwachen den Zustand des Systems. Dieses „Condition Monitoring“ ist in der  Steuerung visualisiert. Grundlage sind Frequenzspektren: Sie geben Auskunft über möglichen Verschleiß im Getriebe, Lager oder Motor. Dadurch lässt sich ein ungeplanter Stillstand verhindern und die Produktivität der Anlage steigern. Darüber hinaus erlauben die Prozess- und Zustandsdaten eine vollumfängliche Qualitätskontrolle der produzierten Bauteile.

Die Druckpunkte liegen bei der MSP 400 anders als bei einer konventionellen Presse nicht oberhalb des Stößels, sondern außerhalb des eigentlichen Tischbereichs. Dadurch kann die Maschine sehr hohe außermittige Belastungen aufnehmen, und sowohl auf Einlauf- als auch auf Auslaufseite stehen 25 % mehr Presskraft zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich auch hochfeste Materialien schon in der ersten Werkzeugstufe umformen.

Die geometrische Anordnung führt auch zu einer hohen mechanischen Kippsteifigkeit des Stößels. Außerdem federt das Gesamtsystem weniger auf, weil der Antrieb weit außen im Kopfstück sitzt. Dadurch lassen sich eine werkzeugschonende Umformung und eine höhere Bauteilqualität erzielen. Die elektronische Kopplung ermöglicht eine kraftunabhängige Parallelregelung: Bei einer außermittigen Belastung werden die Antriebe nur auf einer Seite nachgeregelt, ohne dass es zu einem Kraftverlust kommt, und der Stößel wird damit parallel gehalten.

Euroblech 2018, Halle 27 Stände F 82 und E 82

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