UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

Kanten rechtwinklig und bis auf 10 µm genau

Schneiden mit Wasser ist bewährt. Aber die Strahlablenkung im Material ergibt meist Konen und schräge Kanten. Damit soll Schluss sein. „Micromax“ schneidet auf 10 µm genau rechtwinkelige Konturen und Innenradien bis 0,125 mm, und zwar so leise wie sauber.

Das kalte Schneiden mit Wasser ist seit den 1960er Jahren bekannt als vielseitige Technik. Die ab 1974 als Zusatz im Wasserstrahl eingesetzten Abrasivpartikel hatten die Werkstückqualität und Wirtschaftlichkeit gesteigert und das Verfahren im Trennen von Metallteilen etabliert. Es eignet sich zur Bearbeitung nahezu aller Werkstoffe in fast allen Dicken. Allerdings führte die Ablenkung des Wasserstrahls im Material meist zu schrägen Schnittkanten und Konen. Auch gilt das Verfahren als schmutzig und laut. Die „Micromax“ ist da einen langen Schritt weiter. Omax‘ neues Schneidsystem erzeugt auch in kleinen Teilen bis auf 10 µm genaue, rechtwinkelig Schnittkanten und Innenradien bis zu 0,125 mm. Und dies alles passiert leise und sauber unter Wasser.

1993 hatte die Omax Corp. nahe Seattle/USA begonnen, über eigene Algorithmen den Winkelschneidkopf zur automatischen Kompensation des Konus am Schnittspalt zu nutzen und mit Elektro-Hochdruckpumpen und Unterwasserschnitt das Verfahren sauber und leise weiterzuentwickeln. Die Luftfahrtbranche hatte großes Interesse, Titan, Leichtbau- und Verbundmaterialien wirtschaftlich und genau zu bearbeiten. Mit thermischen Schneidverfahren wie Laser oder Plasma war dies kaum möglich. Mittlerweile hat Omax weltweit über 5000 Wasserstrahlschneid-Systeme installiert: in Industriebetrieben, Hochschulen und der Forschung, aber auch bei Mittelstands- und Handwerksunternehmen, die schnell und flexibel Konturen in unterschiedliche Materialien erzeugen.

In Europa werden die robusten und prozesssicheren Schneidanlagen seit 13 Jahren von der Innomax AG in Mönchengladbach technisch unterstützt und angeboten. Alleine in Deutschland arbeiten über 300 Omax-Anlagen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie,  in der Sonderfertigung und Entwicklung, im Prototypen-, Betriebsmittel- und Vorrichtungsbau, in der zerstörenden Materialprüfung und anderen Bereichen. Unternehmen aus Metallbearbeitung, Maschinen- und Apparatebau schätzen die flexible und einfache Bedienung. Ohne langes Umrüsten oder spezielle Werkzeuge werden DXF- oder DWG-Dateien durch die Omax-Steuerung zum fertigen Teil verarbeitet. Auch der Werkzeugbau hat entdeckt, dass die Wasserstrahlschneid-Systeme das langsame Drahterodieren oder das materialintensive Fräsen ergänzen können oder ersetzen: Abstreifer, Halte- und Führungsplatten von Stanzwerkzeugen können schnell und sehr wirtschaftlich im Bereich von Millimeter-Hundertsteln werden. Stanzmatrizen lassen sich wirtschaftlich vorbearbeiten. Prototypen können schnell erzeugt und als Muster dem Vertrieb an die Hand gegeben werden. Neue Materialien wie Verbundwerkstoffe, Composites, Glasfaser und Kohlefaser, aber auch Keramik, Stein, Kunststoff, Glas oder schusssichere Gewebe lassen sich auf den Anlagen genau und ohne Hitzeschäden bearbeiten. 

Werkstücke trocken spannen … 

Innomax betreibt in Mönchengladbach ein Technologiezentrum mit fünf verschiedenen Anlagen der Reihen „Omax“ (Präzision), „Maxiem“(modulare Baureihe) und der Micromax für präzise Kleinstbearbeitung, um Interessenten die Möglichkeiten und Ergebnisse durch Vorführung und Probebearbeitung zu zeigen. Auch Drahterodieren und Fünf-Achs-Fräsen kann im Vergleich getestet werden. Über 40 Mitarbeiter sind für die so genannten D-A-CH-Staaten im Einsatz als Anwendungs-, Schulungs- und Servicetechniker oder im Marketing und Vertrieb. Verbrauchsmaterial, Ersatz- und Verschleißteile werden über Nacht geliefert. Inzwischen hat das Unternehmen drei Baureihen an Wasserstrahlschneid-Systemen im Programm.

Die Präzisionsschneidsysteme haben vorgespannte Kugelgewindespindeln. Sie sichern die Positionier- und Wiederholgenauigkeit. Der Schwenkkopf „Tilt-A-Jet“ kompensiert durch schnelle Auslenkbewegungen  und die Algorithmen der Omax-Software den Winkelfehler im Schnittspalt bis auf +/-20 µm. Scherenführungen der Hochdruckleitungen zum Kopf verhindern seitliche Zugkräfte sowie Vibrationen und erhöhen die erreichbare Genauigkeit. Eine Wasserniveau-Regulierung  ermöglicht es, binnen Sekunden auf dem trockenen Tisch zu spannen, aber leise und sauber unter Wasser zu schneiden. Die Präzisionssysteme können von einem Bearbeitungsbereich 600 mm x 600 mm schrittweise  bis zu einer Tischgröße 4000 mm x 14000 mm ausgeführt werden.

… und schneiden unter Wasser

Schneidsysteme der Maxiem-Reihe können individuell nach Aufgabenstellung ausgestattet werden mit verschiedenen Schneidköpfen, Zusatzaggregaten und Zubehör. Der Anwender zahlt „a la carte“ nur die Funktionen, die für ihn sinnvoll sind. Der optionale 60-Grad-Winkelkopf „A-Jet“ ermöglicht das Schneiden von 2,5-D-Geometrien mit einer Winkelkorrektur bis +/-0,05 mm an der Schnittkante. Maxiem-Brückenmaschinen werden über das patentierte Antriebssystem „Intelli-Trax“ so leichtgängig bewegt wie ein Schienenfahrzeug. Der Bediener kann zur Not das Portal von Hand stoppen: Es gibt keine Verzahnung, die durch Abrieb Spiel in die Positionsgenauigkeit der Anlage bringt.

Micromax-Systeme empfehlen sich vor allem für kleinere Strukturen wie in der Feinmechanik, Medizin- oder Elektrotechnik. Sie sind die weltweit ersten Mikro-Wasserstrahlschneidanlagen mit Schwenkkopf zum automatischen Winkelfehlerausgleich über die Omax’schen Kompensations-Algorithmen. Mit dem Wasserstrahl von 0,38 mm bis  0,25 mm Durchmesser können jetzt auch kleine Innenradien bis 0,125 mm in Teile bis 635 mm x 635 mm x 30 mm auf 10 µm genau rechtwinkelig geschnitten werden. Des Weiteren plant Omax eine kostengünstige Baureihe als Einstiegsvariante für Schneidgenauigkeiten im Zehntel-Millimeter-Bereich.

Innomax AG
Marie-Bernays-Ring 7a
41199 Mönchengladbach
Ansprechpartner ist Ralf Winzen
Tel.: +49 2166 6286-0
r.winzen@innomaxag.de
www.innomaxag.de