UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

Stahlhandel neuen Zuschnitts

Ferroflex hat seine altgediente Autogen-Schneidanlage ausgetauscht. Sie wurde ersetzt durch ein teilautomatisiertes System. Das Ergebnis rechnet sich. Mit der neuen „Erlcut“ erzielt der Stahlhändler bessere Schneidergebnisse. Zugleich sind die Bearbeitungszeiten verkürzt.

Ferroflex ist führender Anbieter im Schweizer Stahlhandel. Das Unternehmen gehört zusammen mit zehn weiteren Betrieben zur FF-Gruppe, die sich auf den Handel und die Verarbeitung von Stahl und Baumaterialien sowie den Betrieb diverser Handwerkscenter konzentriert. Mit Stahlträgern, Stabstahl, Hohlprofilen, Blechen, Brennteilen und weiteren Stahlprodukten deckt Ferroflex ein breites Produktspektrum ab. Das Unternehmen mit 60 Mitarbeitern ist ein klassischer Stahllogistiker, der neben dem Handel mit Stahlprodukten auch unterschiedlichste Dienstleistungen anbietet – vom Brennen und Bohren über Sägen bis hin zum Strahlen und Grundieren. „Wir unterhalten das landesweit umfangreichste Lager an Stahlträgern und verarbeiten Bleche von 8 mm bis 150 mm Dicke“, sagt Stephan Gerhard, Betriebsleiter bei Ferroflex. Eingesetzt werden die Produkte des Unternehmens vorwiegend in der Bauindustrie. Dank der zentralen Lage des Stahlhändlers können sowohl Kunden im In- als auch im angrenzenden Ausland auf direktem Weg versorgt werden.

Für den Zuschnitt hatte Ferroflex bislang eine Schneidanlage genutzt, die aus einem Portal zum Plasmaschneiden bestand, einem Portal zum Autogenschneiden auf einer Laufbahn nebst Wasserschneidtisch für Blechformate bis 3000 mm x 12 000 mm. Die Anlage tat bereits seit vielen Jahren Dienst. Den Qualitätsanforderungen wurde sie nicht mehr gerecht aufgrund des fortgeschrittenen Alters. Daher hatte Ferroflex entschieden, die Schneidanlage schrittweise zu modernisieren. Aufgrund der stärkeren Beanspruchung der Autogenschneidanlage, sollte diese zuerst erneuert werden.

Wesentliche Anforderungen von Ferroflex bei den Überlegungen zu einer neuen Autogenschneidanlage waren eine hohe Bauteilgenauigkeit sowie ein höherer Automatisierungsgrad für höhere Produktivität wie auch mehr Komfort bei der Anlagenbedienung. Darüber hinaus sollte die neue Maschine die Möglichkeit bieten, Bauteile zu markieren. Dies geschah bislang von Hand. Nicht zuletzt sollte die Anlage auf die bereits bestehenden Komponenten abgestimmt sein. Hierzu gehörte neben der Anpassung an das vorhandene Laufbahnsystem und den Wasserschneidtisch die Einbindung des bisher genutzten Programmiersystems. Verschiedene Anlagenhersteller hatten ihre Lösung präsentiert. Überzeugen konnte das Anlagenkonzept der Erl Automation: eine „Erlcut E5“.

Mehr Tempo und Genauigkeit

Der Automatisierungsspezialist für Schweiß- und Schneidtechnik lieferte eine Anlage, die optimal auf die Gegebenheiten bei Ferroflex abgestimmt ist. Die Erlcut in der Ausführung „E546“ mit einer Sonder-Spurbreite von 4600 mm ist ausgestattet mit einem angetriebenen und vier geschleppten Werkzeugstationen mit Autogenschneidbrennern des Typs „Fit+ two“. Damit ist Ferroflex für Blechdicken von 3 mm bis 250 mm optimal gerüstet. Vorwiegend kommt die Anlage jedoch für Bleche ab 25 mm zum Einsatz. Darunter liegende Blechdicken werden weiterhin mit der bestehenden Plasmaanlage geschnitten. Die E546 ist darüber hinaus mit einer Werkzeugstation für Bauteilmarkierungen ausgestattet. Mit dem „Fine Marker“ von Kjellberg kann Ferroflex neben Markierungen für spätere Bearbeitungsprozesse, wie das Auftragen von Körnerpunkten für Bohrungen oder Anreißstellen für nachfolgende Trennprozesse weitere Information anbringen – Teilenummern beispielsweise. Wie tief diese sein sollen, kann Ferroflex bedarfsabhängig entscheiden. Neben Anlassfarben, die nach der Lackierung nicht mehr zu sehen sind, kann der Stahlhändler tiefe Markierungen setzen, die selbst nach der Farbgebung noch zu erkennen sind.

Während Bauteile zuvor per Hand markiert werden mussten, kann diesen Arbeitsschritt nun die Maschine übernehmen. Zum Schneiden der Restgitter ist seitlich am Portal ein Schrottbrenner angebracht, der über die Portalanlage versorgt wird. Bedient wird die Anlage über die Touch-Screen-Steuerung „Evolution“ mit einem 21 Zoll großem Display und entspiegelter Glasoberfläche für gute Lesbarkeit und ermüdungsfreies Arbeiten. Das Bedienkonzept wird von den Anlagenbedienern bei Ferroflex geschätzt. Nicht nur das große Display erleichtere die Handhabung der Anlage deutlich, sondern auch die Benutzeroberfläche sei leicht verständlich und intuitiv bedienbar, fasst Gerhard die Rückmeldungen der Bediener zusammen. Die Steuerung ist mit einem eigens von Erl entwickelten Konverter ausgestattet, mit dem Programme aller gängigen Schachtelsysteme umgewandelt werden können. Ferroflex kann so sein gewohntes Programmiersystem weiterverwenden und ohne Einarbeitung der Mitarbeiter in eine neue Software die Teileproduktion aufnehmen.

Für eine einfache Handhabung der Maschine sorgt auch die im Lieferumfang enthaltene Prozessdatenbank, die auf der jahrelangen Erfahrung von Erl basiert. Damit sind alle Schneidparameter startbereit hinterlegt, können aber auch jederzeit durch Ferroflex editiert und erweitert werden. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit kann so die volle Leistungsfähigkeit der Maschine erzielt werden.

Maschinenstundensatz 100 Euro/h

Nach einem halben Jahr Einsatz in der Produktion fiel das Fazit positiv aus. „Zum einen ist die Qualität der geschnittenen Bauteile mit der Erlcut gestiegen. Schnittoberfläche und Winkel sind im Vergleich zu vorher wesentlich besser. Zum anderen sind weniger Eingriffe durch die Anlagenführer erforderlich und die Bearbeitungszeiten entsprechend kürzer“, resümiert Gerhard. Maßgeblich hierfür sind die Komponenten, die in der Erlcut verbaut sind, beispielsweise doppelseitige Zahnstangenantriebe mit bürstenlosen AC-Servo-Motoren, die hervorragende dynamische Eigenschaften mit hoher Konturgenauigkeit bieten. Zudem sind die Steifigkeit des Portals sowie die vollautomatische und präzise Z-Achse für die Genauigkeit der Schneidergebnisse ausschlaggebend.

Des Weiteren arbeitet die Erlcut mit einer automatischen pneumatischen Bandklemmung. Anders als bei der bislang eingesetzten Schneidanlage werden die vier geschleppten Brennerwagen je nach Programm automatisch im korrekten Abstand an das Stahlband geklemmt. Das ist in der Handhabung wesentlich komfortabler für den Bediener, Messungenauigkeit kann ausgeschlossen und wertvolle Zeit gespart werden.

Während Standard-Portalschneidanlagen auch im Mehrbrennerbetrieb mit nur einem Proportionalventil arbeiten und dadurch das Eingreifen der Bediener beim Zu- und Abschalten von Brennern erfordern, um ein gleichbleibendes Flammenbild sicherzustellen, verfügt die Erlcut über ein Proportionalventil pro Brenner. Dadurch wird im Mehrbrennerbetrieb die Gas- und Sauerstoffmenge automatisch an die Anzahl der verwendeten Brenner angepasst.

Eine Korrektur des Flammenbilds durch den Bediener ist nicht erforderlich und die dadurch entstehenden Einsparungen nicht unerheblich: Angenommen die Einstellung des Flammenbilds nimmt sechs Minuten in Anspruch und der Wechsel von Ein- auf Mehrbrennerbetrieb und umgekehrt erfolgt zweimal täglich, können bei einem Maschinenstundensatz von 100 Euro/h und 220 Arbeitstagen jährlich 4400 Euro gespart werden alleine dadurch, dass die Anpassung des Flammenbildes entfällt. Abgesehen von der Zeit- und Kostenersparnis, erreicht Ferroflex durch das Zusammenspiel der automatischen Bandklemmung und den Einsatz mehrerer Proportionalventile einen deutlich höheren Automatisierungsgrad. Die automatische Brennerzustellung und Ventileinstellung ermöglicht schließlich nahezu beliebige Schachtelungen auf einer Blechtafel. In absehbarer Zeit soll auch die Plasma-Schneidanlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

Erl Automation, Euroblech 2018, Halle 13 Stand E 44

Ferroflex AG
Neue Industriestraße 2
4852 Rothrist/Schweiz

Ansprechpartner ist Stephan Gerhard

Tel.: +41 62 7858484
s.gerhard@ferroflex.ch
www.ferroflex.ch

Erl Automation GmbH
Siemensstraße 12
94405 Landau/Isar
Ansprechpartner ist Stefanie Kaufmann
Tel.: +49 9951 603466-0
stefanie.kaufmann@erl-cutting.com
www.erl-cutting.com