UMFORMtechnik (Blech)

 
 
   

Kunde steuert Walzwerk des Lieferanten

Bei Thyssenkrupp können Kunden jetzt unmittelbar in die Abarbeitung ihrer Bestellung eingreifen. Hierzu braucht es 48 h bis 72 h Vorlaufzeit. In dieser Spanne legen sie fest, wann ihr Mittelband im Hohenlimburger Warmwalzwerk gewalzt werden soll. Wird mehr davon gebraucht, bestellen sie einfach nach.

Customer controls supplier’s rolling mill

At Thyssenkrupp the customer can intervene directly in the processing of his order. This requires 48 h to 72 h lead time. In this time he determines when his medium-wide strip is to be rolled in the Hohenlimburg hot rolling mill. If he needs more, he can reorder.

Vernetzung macht’s möglich. Kunden des Mittelbandherstellers Thyssenkrupp können jetzt direkt in dessen Abarbeitung der Bestellung eingreifen. Binnen 48 h bis 72 h Vorlaufzeit legen sie fest, wann im Hohenlimburger Warmwalzwerk gewalzt werden soll. Gleichzeitig können sie die Materialeigenschaften innerhalb der technischen Möglichkeiten noch einmal verändern und aktualisieren. Das klappt bis wenige Stunden vor der Walzung.

Ist alles abschließend eingestellt, lässt sich der Status der Fertigung online – wenn gewünscht auch per App – verfolgen und erkennen, ob das Material bereits auf dem Vormaterial-Zug von Thyssenkrupp in Duisburg nach Hohenlimburg unterwegs ist, welches der nächste Fertigungsschritt ist und was der aktuelle Versandstatus ist. Ein weiterer Vorteil dabei: Der Kunde erhält nur dasjenige Material, das er auch aktuell für seine Produktion braucht. Bei Bedarf kann er nachbestellen. Hierzu gibt es auf der App eine „Ein-Klick-Bestellung“.

Solche Digitalisierung des Bestell- und Herstellungsablaufs erweitert das Geschäftsmodell um die direkte Einflussnahme des Abnehmers auf den Geschäfts- und Fertigungsprozess. Die Produktion in Hohenlimburg wird zum ersten Schritt in der gemeinsamen Wertschöpfungskette mit dem Kunden, der – abgeleitet aus seinen Bedarfen – selbständig Aufträge disponiert, den Werkstoff spezifiziert und den Startpunkt der Fertigung setzt. Bereits 40 000 t Material wurden derart gefertigt und versandt. 

Weiter als die eigenen Firmengrenzen

Prozessual und digital ist das Hohenlimburger Warmwalzwerk weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus vernetzt. „Es werden kaufmännische, administrative und technische Daten ausgetauscht und verknüpft“, sagt Ulrich Schneppe. Er ist Head of Information Technology von Hohenlimburg und Projektleiter. „Damit haben wir eine belastbare Datenbasis für Business Intelligence geschaffen, digitale Zwillinge und Produktions-Apps.“ So kann nicht nur der Kunde in die Produktion eingreifen, sondern steuert Thyssenkrupp Hohenlimburg direkt die Stranggussanlage seines Vormaterial-Lieferanten an, um einen belastbaren Startzeitpunkt für die Liefertermintreue und -flexibilität zu sichern.

Tube 2020, Halle 3, C28

Thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH
Oeger Straße 120
58119 Hagen
Ansprechpartner ist Ulrich Schneppe
Tel.: +49 2334 91-0
info.precisionsteel@thyssenkrupp.com
www.thyssenkrupp-steel.com