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Rezessionsgefahr nimmt zu, Krise bleibt aber einstweilen aus

Die Wahrscheinlichkeit einer Wirtschaftskrise sei leicht höher als in den Vormonaten, meldet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Die Einschätzung der Wissenschaftler liegt insoweit zwar zwischen „Gelb“ und „Rot“, aber die starke Inlandsnachfrage bewahrt Deutschland bislang vor einer Rezession.

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Düsseldorf/D (IMK) – Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in den nächsten drei Monaten eine Rezession erlebt steigt von 30,9 % im Juni auf aktuell 36,6 %. Auch die prognostische Unsicherheit, die anhand der Streuung der für die Gesamtprognose relevanten Einzelgleichungen gemessen wird, hat auf hohem Niveau nochmals leicht zugenommen. Sie beträgt aktuell 21,7 % nach 20,9 % im Juni. Es seien die außenwirtschaftlichen Risiken und Handelskonflikte der USA, die seine Prognose daselbst unsicher machten, merkt das IMK an. Abseits dieser Risiken schlage das schwächelnde weltwirtschaftliche Wachstum der Weltwirtschaft durch als Produktionsflaute im deutschen Fahrzeug- und Maschinenbau. Der jüngste Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit falle aber nicht so heftig aus, dass diese Flaute zwingend in eine Rezession mündete. Der anhand früherer Rezessionsphasen festgestellte Schwellenwert für die Ampelphase Rot liegt zur Vermeidung irrtümlicher Rezessionssignale erst bei 70 %.

Der Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit ist – neben der Eintrübung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft un der auf hohem Niveau sinkenden Zahl offener Stellen – zurückzuführen auf einen Rückgang der Auftragseingänge aus dem Ausland für das verarbeitende Gewerbe. Eine stärkere Zunahme verhinderten die zunehmenden Inlandsaufträge sowie weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen. Der Finanzmarkt-Stressindex des IMK, der einen breiten Kranz von Indikatoren zu einem einzigen Maß bündelt, steigt aufgrund der Zunahme der Schwankungsbreiten trotz leicht aufwärtsgerichteter Aktienmärkte auf einen Wert von 18,1 % im Juni auf 22,1 %. In der Gesamtschau der Daten prognostiziert das IMK weiterhin eine konjunkturelle Entwicklung, bei der die starke Inlandsnachfrage Deutschland vor einer Rezession bewahrt.

www.boeckler.de/index_imk.htm