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Risiko einer Rezession erneut gestiegen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in den nächsten drei Monaten eine Rezession erlebt, hat sich weiter erhöht. Jüngste Werte des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung zeigen für August bis Ende Oktober ein Risiko von 43 % aus. Im Juli waren es noch 36,6 %.

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Düsseldorf/D (IMK) – Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in den nächsten drei Monaten in eine Rezession rutscht, hat sich weiter erhöht. Das zeigen jüngste Werte des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Für August bis Ende Oktober weist der Konjunkturindikator, der die neuesten verfügbaren Daten zur Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 43 % aus. Im Juli waren es noch 36,6 %. Der erneute Anstieg sei vor allem zurückzuführen auf ein Zusammenspiel schlechterer Produktionszahlen für das verarbeitende Gewerbe und einer weiteren Eintrübung der Stimmung, konstatiert das IMK. Die nach der jüngsten Entscheidung der Zentralbank mittelfristig günstigen Finanzierungsbedingungen sowie eine Zunahme der Auslandsauftragseingänge für das verarbeitende Gewerbe stabilisieren hingegen die Konjunkturaussichten. Bei den Orders sei allerdings der aktuelle Wert für Juni durch Großaufträge aus dem außereuropäischen Ausland positiv verzerrt. Der „Finanzmarktstress“, den das IMK mit einem zusätzlichen Indikator misst, bleibt nahezu unverändert bei einem Wert von 20,9 % nach 22,1 % zuvor.

„Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe. Wie die anderen führenden Wirtschaftsforschungs-Institute hatten wir bislang damit gerechnet, dass es im zweiten Halbjahr zu einer raschen Erholung der Wirtschaft und insbesondere der Industrie kommen würde. Die Chancen für ein solches Positivszenario sind nun deutlich gesunken“, sagt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Die deutsche Industrie schwächelt bereits seit einem Jahr, vor allem wegen globaler Unsicherheiten. Bislang hatte die Inlandskonjunktur – vor allem der starke Konsum und die Baunachfrage – die Wirtschaft vor einer Rezession bewahrt. Zuletzt aber war der Rückgang der Produktion im verarbeitenden Gewerbe so stark, dass es immer fraglicher wird, ob eine Rezession noch vermieden werden kann.“In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt.

www.boeckler.de/index_imk.htm