UMFORMtechnik (Massiv)

 
 
   

Schuler entwickelt Schmiedepresse mit Hirschvogel

Ein komplett neues Antriebskonzept, das aufgrund geringerer Schwingungen für einen ruhigeren Betrieb sorgt: Diese Bilanz zieht Automobilzulieferer Hirschvogel rund ein Jahr nach dem Produktionsstart auf einer Kompakt-Servopresse, die in Zusammenarbeit mit Schuler neu entwickelt wurde.

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Göppingen/D (Schuler) – Die im Vergleich zu den Vorgängermodellen schnellere Anlage, die bei der Hirschvogel-Gruppe installiert wurde, ist die erste ihrer Art mit angetriebener Quer- statt Längswelle. Zwei gegenläufig drehende Exzenterräder im Kopfstück gleichen die Massenkräfte aus, wodurch eine verbesserte Laufruhe und höhere Präzision erreicht wird. Durch die weit auseinanderliegenden Druckpunkte vergrößert sich außerdem der Werkzeug-Einbauraum in Durchlaufrichtung. Dadurch entsteht Platz für eine weitere Umformstufe, die auch die Produktion von komplexeren Schmiedeteilen erlaubt. Der Querwellenantrieb führt darüber hinaus zu einer höheren Kippsteifigkeit der Presse und geringeren Durchbiegung der beiden Kurbelwellen, und damit zu einer geringeren Auffederung der gesamten Maschine.

Mit den vier Servomotoren ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Oberwerkzeug dem Werkstück nähert und wieder von ihm entfernt, exakt regelbar. So lässt sich in der Umformung Vollgas geben und beim Sprühen sowie Transportieren der Teile abbremsen. Um die thermische Belastung für das Aktivwerkzeug niedrig zu halten, kann die Druckberührzeit so kurz wie möglich ausfallen, ohne auf Kosten der Kühl- und Transportzeit zu gehen.

Die Servo-Direkt-Technologie des neuen Pressentyps erlaubt die individuelle Anpassung an den jeweiligen Umformprozess und kann so die optimale Ausbringung garantieren. Gleichzeitig wird mit dem Energiemanagement-System bei jedem Hub Energie gespart, da diese nur dann eingebracht wird, wenn sie benötigt wird. Auch die Tischauswerfer der Anlage verfügen über einen eigenständigen Servo-Motor und sind nicht mehr, wie bei bisherigen Pressen, mechanisch mit dem Hauptantrieb gekoppelt. Das erhöht die Flexibilität für den Teile-Transport mit dem hochdynamischen Zwei-Balken-Transfer und beschleunigt den Produktionsprozess zusätzlich. Nach Angaben von Hirschvogel läuft die Anlage sehr zufriedenstellend. Das 6000-Mitarbeiter-Unternehmen, das im Bereich Massivumformung zu den größten Automobilzulieferern weltweit gehört und im vergangenen Jahr 376 000 t an Bauteilen produzierte, betreibt mittlerweile zwölf Schuler-Pressen.

www.schulergroup.com/forging