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Schuler macht sich schlank

Pressenbauer Schuler folgt der veränderten Nachfrage und dem Kostendruck. Ein bis 2022 angelegtes Konzept soll die internationalen Standorte stärken und das Produktprogramm marktgerecht erweitern. Göppingen bleibt zwar Unternehmenssitz. Die Neumaschinen-Produktion schließt jedoch.

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Göppingen/D (Schuler) – Gleichzeitig solle die in Deutschland verbleibende Unternehmensaktivität eine nachhaltige Perspektive bekommen, teilt der Konzern mit. Durch Verbesserung der Rentabilität stärke das Konzept zudem den Handlungsspielraum für technologische Innovation und die konsequente Digitalisierung der Schuler-Gruppe. Wesentlicher Grund für die Anpassung sei, dass sich die Nachfrage von Automotive-, Industrie- und Hydraulikkunden nach vollautomatisierten Pressenlinien, mechanischen Pressen, Servo-Technologie und Schmieden in den vergangenen Jahren zunehmend aus Deutschland und Europa weg insbesondere nach Asien verlagert habe. Diese Entwicklung werde sich über alle Kundengruppen hinweg fortsetzen. 

So rechnet Schuler damit, dass rund 80 % der Aufträge für Pressenlinien künftig auf Produktionsstätten der Automobilindustrie im Ausland entfallen. Die für die heimischen Schuler-Werke relevante Kosten-, Tarif- und Währungsentwicklung in Deutschland erlaubt – trotz aller Anstrengung auch der Arbeitnehmerseite – keine Perspektive, diese wachsende internationale Nachfrage wettbewerbsfähig aus Deutschland bedienen zu können.

Keine Neumaschinenproduktion mehr

Vorgesehen ist im Einzelnen, die Neumaschinen-Produktion am Standort Göppingen zu schließen. Field-Service wie auch Außenmontage verbleiben in Göppingen. Göppingen bleibt zudem Unternehmenssitz des Schuler-Konzerns mit den entsprechenden Zentralabteilungen und auch wichtiger Standort für Forschung und Entwicklung, Innovation, Engineering und Service. Über Göppingen hinaus wird Schuler auch in Erfurt und an anderen deutschen Standorten die Kapazitäten für Fertigung, Außenmontage und Montage reduzieren. Gründe dafür sind die stärkere Nutzung der bestehenden Werke in China und Brasilien sowie Verringerung der internen Fertigungstiefe über alle Divisionen hinweg. Im Gegenzug steigt insbesondere im Geschäft mit Automotive- und Industriekunden die in den chinesischen Schuler-Werken angesiedelte Wertschöpfung deutlich an. Auch die Produktion in Brasilien wird gestärkt und das Hydraulik-Geschäft ausgebaut. Zur globalen Lokalisierungsstrategie von Schuler gehört ebenso, dass Kunden in Europa weiterhin aus Deutschland bedient werden.

Die durch das Zukunftskonzept geplante Verbesserung der Wettbewerbsposition von Schuler wird unterstützt durch wesentliche Einsparungen bei den Verwaltungs-, Vertriebs- und Allgemeinkosten des Konzerns. Dies betrifft alle Standorte und Divisionen in Deutschland. Insgesamt verringert sich die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland im Rahmen des Zukunftskonzepts um rund 500. Der überwiegende Teil des Abbaus mit rund 350 Stellen entfällt auf die Produktion. Schuler hatte Ende 2018 konzernweit 6574 Beschäftigte, in Deutschland waren es 4195. 

Bessere Wettbewerbsfähigkeit und Einsparungen

Schuler rechnet für 2019 mit Einmalkosten des Zukunftskonzepts insbesondere im Bereich der Schuler Pressen GmbH in Höhe von insgesamt rund 85 Mio. Euro. Davon sind rund 70 % cash-wirksam, der Rest im Wesentlichen Abschreibungen auf Vermögenswerte. Die Rückstellungen für diese Aufwendungen werden im dritten Quartal 2019 ergebnismindernd gebucht werden. Darüber hinaus verbucht Schuler Wertminderungen bei Firmen-Beteiligungen in Höhe von rund 25 Mio. Euro.

Diesen Belastungen stehen, neben der durch die Maßnahmen deutlich verbesserten Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, erste Einsparungen ab dem zweiten Halbjahr 2020 gegenüber. Zusammen mit den Effekten aus dem Restrukturierungsprogramm 2018 werden diese Einsparungen im Vergleich zum laufenden Geschäftsjahr ab 2022 ihre volle Höhe von rund 60 Mio. Euro erreichen. Spätestens ab 2021 rechnet Schuler mit einer schrittweisen Verbesserung der operativen Rentabilität im Konzern.

www.schulergroup.com