DRAHT

 
 
   

Spagat zwischen Präzision und Offenheit

Auch beim Handling in der Werkstückreinigung setzen die Betriebe auf Automation. Damit die Teile beim Be- und Entladen mit Roboter tatsächlich nach Bedarf sauber werden, müssen die Werkstückträger besondere  Anforderungen erfüllen: Zusammenarbeit von Teile-, Roboter- und Werkstückträgerherstellern ist hier zwingend.

Partikuläre und filmische Teilsauberkeit ist heute oft selbstverständlich, insbesondere bei der End- oder Feinreinigung vor der Montage. Meist werden teilespezifisch gestaltete Werkstückträger genutzt, in die die Teile – häufig noch händisch – eingesetzt werden. Bei Werkstücken in großer Stückzahl ist das manuelle Umsetzen indes kostspielig und für die Mitarbeiter auch eine „Strafarbeit“. Dies ist der eine Grund, weshalb das Teilehandling hier immer öfter mit einem Roboter automatisiert wird. Der andere ist die Einbindung der Reinigungabläufe in automatisierte Fertigungsumgebungen. Hier sollen Eingriffe von Hand erst gar nicht sein.

Gegenüber der manuellen Bestückung stellt die Roboter-Beladung höhere Anforderungen an die Genauigkeit der Werkstückträger. Es gelten engere Toleranzen, die sich nur durch Einsatz von Blechkonstruktionen erzielen lassen. Dadurch entstehen im Behältnis jedoch teils geschlossene Flächen. Diese wiederum stehen der allseitigen Zugänglichkeit für Reinigungsmedium und Waschmechanik wie Ultraschallwellen, Umflutturbulenzen und Spritzstrahl im Weg.  Durchlässigkeit bieten aus Rundstäben gefertigte Behältnisse, die jedoch wegen ihrer herstellungsbedingen relativen Ungenauigkeit für eine Roboterbestückung weniger geeignet sind.

Man sucht also den Kompromiss. zwischen Genauigkeit und Offenheit. Metallform etwa entwickelt teilespezifische Werkstückträger aus elektropolierten Rundstäben und lasergeschnittenen Blechkomponenten aus Edelstahl. Die Genauigkeit dieser Draht-/Blechkonstruktionen ist auf den Toleranzbereich des eingesetzten Roboters abgestimmt und sie sind mit einer entsprechenden Indexierung ausgestattet. In die Konzeption fließen darüber hinaus Aspekte ein wie beispielsweise die Greiferöffnung und ob der Roboter in der Lage ist, die Teile zu zentrieren. Ziel ist, den Anteil geschlossener Flächen und Kanten zu minimieren, damit die geforderte Sauberkeit prozesssicher sowie schnell und damit wirtschaftlich erreicht wird.

Für die Auslegung des Werkstückträgers und die optimale Positionierung des Werkstücks darin sind im Vorfeld einige Informationen unverzichtbar. So ist es wichtig zu wissen, welche Bereiche des Bauteils wie beispielsweise Bohrungen und Hinterschneidungen sauberkeitskritisch sind. Die teilespezifischen Aufnahmen können dann so ausgelegt werden, dass das Werkstück für eine gezielte Behandlung dieser Areale während der Reinigung darin platziert wird. Wo und wie der Roboter das Bauteil greift, sind ebenfalls wesentliche Informationen. Nur mit diesen Angaben lassen sich die Teileaufnahmen wie beispielsweise Stifte, auf die die Teile aufgesetzt werden, Prismenleisten oder Rundstabkonstruktionen zum Einsetzen der Werkstücke passgenau gestalten. 

Um den Werkstückträger für eine effiziente Reinigung optimal auszulegen, können auch entsprechende Modifikationen am Roboter notwendig werden, beispielsweise dass sich der Greifer weiter öffnet oder eine andere Greifposition eingenommen wird. Diese Punkte machen deutlich, dass ein idealer Werkstückträger für das automatisierte Teilehandling nur in enger Zusammenarbeit zwischen Teile-, Roboter- und Werkstückhersteller entstehen kann. 
Durch den Kontakt von Metall auf Metall kann es bei Werkstücken mit empfindlicher Oberfläche während der Reinigung zu Beschädigungen kommen. Verhindern lässt sich dies durch einen abgestimmten Bauteilschutz. Metallform bietet dafür verschiedene Lösungen. Für einen punktuellen Schutz an den Auflagepunkten können sie mit einem medien- und temperaturbeständigen Teflonrohr ummantelt werden. Einen umfangreicheren Schutz ermöglichen spezielle „Käfige“ aus Kunststoff, in denen das Bauteil platziert wird.

Metallform Wächter GmbH
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Ansprechpartner ist Jörg Schleeh
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