UMFORMtechnik (Massiv)

 
 
   

Teilereinigungs-Anlage soll in Eigenregie arbeiten

Auch in der Teilereinigung wird nach Ansätzen für die Digitalisierung gesucht. So liefert eine Pilotanlage von SEW Eurodrive und Mafac vergleichbare Messwerte zur Qualität von Reinigungsbädern. Aus den Daten werden Standards für eine spätere Vernetzung abgeleitet. 

Parts cleaning system to work independently

In parts cleaning, too, approaches to digitisation are being sought. A pilot plant from SEW Eurodrive and Mafac, for example, provides comparable measured values for the quality of cleaning baths. From the data standards for later networking will be derived. 

Weder Anlagentechnik noch Chemie oder Verfahren sind in der wässrigen Teilereinigung aktuell in der Lage, die Wirksamkeit der Bäder eigenständig zu verfolgen und automatisiert zu reagieren. Der Betreiber kommt nicht umhin, das Reinigungsbad manuell zu überwachen und gegebenenfalls zu wechseln. „Damit ein vernetztes Selbstmonitoring möglich ist und der fällige Badwechsel zentral angekündigt wird, benötigen wir noch viele aussagefähige und geprüfte Daten. Erst dann wird die Maschinenverfügbarkeit planbar und die vor- und nachgelagerten Prozesse können darauf reagieren“, sagt Projektleiter Thomas Gutmann. Er leitet den Customer Support bei Mafac. 

Mit diesem Ziel machen sich sein Unternehmen und SEW Eurodrive auf die Suche nach Schnittstellen und auswertbaren Daten. „Wir wollen herausfinden, an welcher Stelle die Maschine notwendige Informationen geben sollte und kann, um eine Digitalisierung und Produktivitätssteigerung zu ermöglichen. Dies ist ein erster wichtiger Schritt, mit dem wir uns von einer bislang erfahrungsorientierten hin zu einer wissensbasierten Disziplin bewegen“, berichtet Gutmann.

Hierzu wurde bei SEW eine Pilotanlage installiert, in der zwei Spritzreinigungsmaschinen des Typs Mafac „KEA“ mit Einbad-Technik an einen Roboter und eine Produktionsanlage für Getriebegehäuse gekoppelt sind. Zu Datenerhebung wurden sie mit einem eigens aufgebauten Pflegemodul ausgestattet, das über Messgeräte für eine detaillierte Bestandsaufnahme der Reinigungsbäder sorgt. In dem zweistufigen Prozess werden Aluminium-Bauteile zugeführt und auf die folgende Lackierung vorbereitet. 

Grundlagenarbeit und erste Erkenntnisse

Mit der Pilotanlage besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Analyseverfahren zu identischen Badparametern zu vergleichen und die wechselseitige Beziehung zwischen Lackanhaftung und Reinigungsqualität zu untersuchen. „Viele Parameter sind derzeit noch unbekannt, schlecht greifbar oder nicht vertrauenswürdig“, sagt Gutmann. Deshalb schaffe man im Moment mit der Datenanalyse erste Grundlagen.

Über das Mafac-Pflegemodul erfolgt ein digitales Monitoring. Alle verfügbaren Prozess-, Anlagen- und Qualitätsgrößen werden über eine netzwerkfähige „Maviatic“-Steuerung an das zentrale SEW-Netzwerk zur Auswertung zur Verfügung gestellt. „Sobald wir auf diesem Weg ausreichend vertrauenswürdige Daten gesammelt haben und auch wissen, ob die eingesetzten Messmittel das richtige messen, können wir Anknüpfungspunkte für die Kommunikation mit der Fertigungsperipherie und die digitale Vernetzung schaffen und über den nächsten Schritt in Richtung 4.0 nachdenken,“ berichtet Roland Denefleh, Leiter Technologieentwicklung Oberflächenbeschichtungen bei SEW.

Das gemeinsame Projekt ist Teil des Forschungsvorhabens „QS Rein 4.0“ des Verbands Industrielle Teilereinigung e. V. Es wurde ins Leben gerufen, um anhand einzelner Untersuchungen die notwendigen Voraussetzungen für die vernetze Reinigung zu schaffen und anwendungsorientierte sowie nutzbringende 4.0-Lösungen hervorzubringen.

Mafac auf der EMO 2019, Halle 11 Stand G 25

Mafac E. Schwarz GmbH+Co. KG
Max-Eyth-Straße 2
72275 Alpirsbach
Ansprechpartner ist Thomas Gutmann
Tel.: +49 744 49509-0
info@mafac.de
www.mafac.de

SEW Eurodrive GmbH+Co. KG
Ernst-Blickle-Straße 42
76646 Bruchsal
Ansprechpartner ist Roland Denefleh
Tel.: +49 7251 75-0
sew@sew-eurodrive.de
www.sew-eurodrive.de