UMFORMtechnik (Massiv)

 
 
   

Zustandsorientierte Wartung per cloudbasiertem Monitoring

Härtereiöfen müssen in der Regel 30 Jahre funktionieren. Allerdings können Komponenten wie Lüfterflügel oder Pumpen unvorhergesehen versagen. Am Zustand orientierte, cloudbasierte Wartung für altgediente und neue Anlagen kann Ausfälle verhindern und die Verfügbarkeit verbessern.

Mehr zur Firma

Durch die hohe Beanspruchung im Härteofen können Komponenten wie Lüfterflügel oder Pumpen verschleißen und unvorhergesehen ausfallen, was zu ungeplanter Stillstandszeit führt. Um diese Ausfälle zu vermeiden, hat die amerikanische SBS Corporation mit dem „Watch Dogg“ ein cloudbasiertes Monitoring-System entwickelt, das eine am Zustand der Anlage orientierte Wartung unterstützt, die so genannte Predictive Maintenance. An das Basissystem können bis zu zwölf unterschiedliche Sensoren angeschlossen werden, die kritische Prozessparameter überwachen wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Druck. Sämtliche Daten zum Ofenzustand werden in einer Cloud gespeichert. Sie sind von jedem Smartphone, Tablet oder PC abrufbar. Frühzeitige Erkennung von Störungen soll so gewährleistet sein, insoweit Anlagenbetreiber rechtzeitig reagieren können um auch die Verfügbarkeit alter Industrieöfen zu maximieren. Das Monitoring-System wird im deutschsprachigen Raum von Avion Europa vertrieben.

„Die Überwachung der wichtigsten Anlagenkomponenten ist essenziell, um Anlagenausfälle zu minimieren“, erklärt Avion-Geschäftsführer Roland Caminades: „Wenn beispielsweise das Abschrecköl zu feucht ist, kann dies zu verlängerter Abkühlzeit und bei verspäteter Wartung zum Härtereibrand führen. Viele unserer Kunden nutzen daher bereits unseren Aqua-Sense-Sensor, um die Feuchtigkeitsgehalt ihrer Abschrecköle zu messen“. Doch es gebe weitere Parameter, die Einfluss auf die Anlagenverfügbarkeit haben. Deswegen sei der „Watch Dogg“ so konzipiert worden, dass er nicht nur einen einzelnen Sensor verwalten kann, sondern bis zu zwölf unterschiedliche Messinstrumente parallel. Ein modulares Überwachungssystem dieser Komplexität mit einem adäquaten Preis habe es bisher noch nicht auf dem Markt gegeben.

Überwachung mechanischer Bauteile

Befindet sich kein Mitarbeiter in unmittelbarer Nähe des Ofens, können lokale Lichtsignale übersehen oder Alarmtöne überhört werden. Mit ist dies ausgeschlossen, da es sich hierbei um ein cloudbasiertes Monitoring-System handelt, das die zentralen Prozessdaten sammelt, verarbeitet und über eine Ethernet- oder Mobilfunk-Verbindung zur Verfügung stellt – jederzeit und überall abrufbar. Damit unterstützt es die vorausschauende Wartung und warnt rechtzeitig vor Störungen, wodurch ungeplante Anlagenstillstände vermieden werden. „Die Wahl der Messvorgänge und Sensoren richtet sich je nach gemessenem Parameter“, erklärt Caminades. „Der kann an vollkommen unterschiedliche Sensoren angeschlossen werden, um die wichtigsten Parameter in Härtereiöfen zu überwachen: beispielsweise Druck, Temperatur, Vibration, Durchfluss oder relative Feuchtigkeit.“ Die Sensoren müssen dabei nicht unbedingt im Ofen angebracht werden, sondern können die kritischen Werte auch indirekt ermitteln. Mithilfe eines Vibrationssensors lässt sich erkennen, wann ein Lüfterflügel nicht mehr rund im Lager läuft, da sich die Frequenz langsam verändert. Dies gilt zum Beispiel auch für Pumpen und weitere mechanische Komponenten.

Um eine rechtzeitige Warnung vor der bevorstehenden Störung zu ermöglichen, werden die Sensoren im Vorfeld individuell auf den gewünschten Toleranzbereich eingestellt. „Sobald die Parameter von den Soll-Werten abweichen, erhält der Anwender eine Mitteilung auf einen mit der Cloud verbundenen Rechner und er kann sofort Gegenmaßnahmen einleiten“, erläutert Caminades. „So lässt sich bereits frühzeitig die Wartung einer bestimmten Komponente einplanen und Härtereibetriebe können die Kosten für Ersatzteilvorhaltung wesentlich reduzieren.“ Für die Datenverwaltung werden die gesammelten Prozessdaten als Milliampere-Werte in der Cloud gespeichert. Erst wenn das Signal an den eingetragenen Empfänger übertragen wird, übersetzt das System die Daten in eine lesbare Nachricht. Damit ist die Sicherheit der Informationen stets gewährleistet.

Einfache Installation und Nachrüstung

Das cloudbasierte Monitoring-System ist für Europa konfiguriert und trägt die CE-Kennzeichnung. Dank des kompakten Designs ist die Montage an einer Wand möglich oder kann in einen vorhandenen Schaltschrank integriert werden. „Die Ausstattung alter Öfen kann durch einen betriebseigenen Elektriker ganz unkompliziert durchgeführt werden. Er erhält von uns sämtliche Schaltpläne, um das System zu verdrahten und die Sensoren anzuschließen“, so Caminades. „Natürlich unterstützen wir ihn dabei gerne oder nehmen die Installation als Dienstleistung selbst vor.“ In der Grundausstattung enthält der zunächst nur den Signalübersetzer. Das System kann aber je nach Bedarf schrittweise mit zusätzlichen Sensoren erweitert werden. Dies ist in der Basisausführung auf bis zu zwölf Datenkanäle auch nachträglich möglich. Bei Bedarf können auch zwei Systeme mit insgesamt 24 Datenkanälen miteinander kombiniert werden.

Avion Europa wurde 1995 in Sprockhövel gegründet. Seit 2000 ist der Firmensitz in Hagen. Das Unternehmen begann als Hersteller und Lieferant von Ersatzteilen für Industrieöfen und ist mittlerweile auch die Neuausmauerung und Renovierung von Heizkammern und Öfen spezialisiert. Zum Angebot zählen darüber hinaus Siliciumcarbid-Strahlrohre, besonders widerstandsfähige Ofenböden und Muffelteile, neuartige Luftkühler für Ölabschreckbecken und hochpräzise Messsysteme. Das Unternehmen arbeitet mit Partnern in Frankreich und den USA und hat eigene Vertriebsgesellschaften in Polen und der Türkei. 

Avion Europa GmbH+Co. KG
Röhrenspring 18
58093 Hagen
Ansprechpartner ist Roland Caminades
Tel.: +49 2331 396345-0
info@avion-europe.de
www.avion-europe.de