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Wie den Ausbau von Stromtrassen beschleunigen?

Die Energie und Klima GmbH Schleswig-Holstein (EKSH) fördert die Forschung von Jan Lüking, Professor für Geotechnik und Leiter des Labors für Geotechnik am Fachbereich Bauwesen der TH Lübeck, im Rahmen des Projekts „Ableitung von Erfahrungswerten für „Fundex“-Pfähle als Gründungselemente für Freileitungsmasten“.

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In dem Vorhaben geht es um die Erforschung der Tragfähigkeit genannter Pfähle in typisch norddeutschen bindigen Böden unter Berücksichtigung der Zugpfahlgruppenthematik. Anfang Dezember 2019 überreichte Stefan Sievers, Geschäftsführer der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH), eine Förderzusage in Höhe von circa 150 000 Euro an Frank Schwartze, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Technischen Hochschule Lübeck. „Mit dem Projekt tragen wir dazu bei, wissenschaftlich fundierte, technische Lösungen für aktuelle Bemessungsfragen zu liefern, die helfen, die Energiewende zeitnah und erfolgreich umzusetzen,“ sagte Projektleiter Jan Lüking.

TH-Vizepräsident Schwartze hob die besondere Bedeutung dieses Vorhaben hervor. „Die Technische Hochschule Lübeck freut sich über die Förderzusage. Das Projekt steht beispielhaft für den Anspruch der TH, ingenieurwissenschaftliche und -technische Antworten für konkrete Fragen der zukünftigen Gestaltung und Entwicklung unserer Umwelt zu liefern. Insbesondere freuen wir uns, dass Prof. Lüking so kurz nach Ernennung seine umfangreichen Praxiserfahrungen in anwendungsorientierte Forschung überführen kann und so aus der Hochschule mit der Praxis zur Entwicklung notwendiger innovativer Verfahren und Lösungen beiträgt.“

Vor dem Hintergrund, dass Schleswig-Holstein vor wenigen Tagen im aktuellen Vergleich der Bundesländer im Bereich erneuerbarer Energien und Öko-Energie einen Spitzenplatz erobern konnte, kommt das TH-Projekt zur rechten Zeit. Schleswig-Holstein wolle, nach Worten seines Umweltministers, Windkraft, Photovoltaik, Bioenergie, … sowie den Ausbau der Stromnetze weiter voranbringen.

Ein Förderschwerpunkt der EKSH ist die Unterstützung von Kooperationsvorhaben von Wissenschaftlern mit Unternehmen zu Themen wie Nachhaltige Mobilität, Erneuerbare Energien, Sektorkopplung und Energieeffizienz. Zentrales Förderinstrument ist das HWT-Programm, aus dem seit EKSH-Gründung 2011 rund 6,8 Mio. Euro an Fördermitteln für 44 Kooperationsprojekte bereitgestellt wurden.

Der eigens aus Kiel angereiste Geschäftsführer der EKSH, Stefan Sievers, betonte bei der Übergabe der Förderzusage: „Ich würde mich freuen, wenn wir im nächsten Jahr wieder spannende Projekte aus Lübeck zur Unterstützung der Energiewende bewilligen könnten.“ Sievers wies darauf hin, dass die Förderquote von regelmäßig 80 % erhöht werden könne, wenn junge oder kleine Unternehmen eingebunden seien oder die Erstberufung von Antragstellern aus der Hochschule nicht länger als fünf Jahre zurückliege. Die EKSH fördere außerdem Promotionsstipendien, die auch als Anschlussstipendium nach einem HWT-Projekt gewährt werden könnten.

In den nächsten 20 Monaten, das ist die Laufzeit des Vorhabens, untersucht Lüking in Zusammenarbeit mit dem Spezialtiefbauunternehmen König GmbH aus Stade mittels Probebelastungen und numerischen Berechnungen die Pfahltragfähigkeit von Fundex-Pfählen. Diese werden als Gründungselemente für Freileitungsmasten verwendet und haben sich als Pfahltyp in den letzten Jahren besonders bewährt.

Ziel des Vorhabens ist es, die aktuell bestehende Bemessungslücke im veränderten Tragverhalten druck- und zugbelasteter Pfähle und Pfahlgruppen zu schließen. Besonders im Hinblick auf die Umsetzung des engen Zeitplanes der Energiewende ist eine Beschleunigung bei der Bemessung und Ausführung der Stromtrassen von großer Bedeutung und spielt eine entscheidende Rolle bei der flächendeckenden Energieversorgung und in der Energiewirtschaft.

Technische Hochschule Lübeck
Mönkhofer Weg 239, 23562 Lübeck
Ansprechpartner ist Jan Lüking
Tel.: +49 451 300-5137
jan.lueking@th-luebeck.de
www.th-luebeck.de